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Im Gegensatz zu einer sequentiellen Datei impliziert die Definition einer Tabelle keine gleichbleibende Reihenfolge der Tabellenzeilen oder -spalten. Das relationale Datenbanksystem MS Access gibt zum Beispiel Datensätze aus Abfragen in keiner bestimmten Reihenfolge zurück, solange die Abfrage keine ORDER BY-Klausel enthält. Die Bedeutung dieses Begriffsmerkmals veranschaulicht ein Verbund von Varianten der Tabellen MEHRFACH_ALTERNATIVEN und SCORESMC aus TESTVERWALTUNG_BACKEND.MDB.
Die Tabellen MEHRFACH_ALTERNATIVEN und SCORESMC gehorchen beide der Entitätsintegrität und enthalten die folgenden Attribute (Schlüsselattribute unterstrichen):
MEHRFACH_ALTERNATIVEN
Fragenschlüssel
Alternativentext
MusterlösungSCORESMC
Testschlüssel
Matrikelnummer
Fragenschlüssel
Alternativenschlüssel
Benutzerlösung
Ziel sei es, die Leistungen der Teilnehmer eines bestimmten Tests zu ermitteln. Dazu vergleichen wir für jede Aufgabe die Benutzerlösung mit der Musterlösung. Die erforderliche Verbundtabelle enthält die folgenden Attribute:
LÖSUNGSVERGLEICH
Testschlüssel
Matrikelnummer
Fragenschlüssel
Alternativenschlüssel
Benutzerlösung
Musterlösung
Wir geben die Alternativen der Benutzerlösungen in der gleichen Reihenfolge wie die Alternativen der Musterlösungen ein:
SCORESMC
MEHRFACH_ALTERNATIVEN
Dem Betrachter fällt es so leicht, anhand eines Vergleichs der Muster- und Benutzerlösungen die Leistung eines Testteilnehmers zu ermitteln. Der Vergleich geht allerdings implizit von einer identischen Reihenfolge der Benutzer- und Musterlösungen aus: Weil zum Beispiel der Benutzerlösung [-1, 0, 0, 0] und der Musterlösung [0, -1, 0, 0] die gleiche Eingabereihenfolge zugrundeliegen, hat der Teilnehmer 100 des Tests 10 die Mehrfachwahlfrage 1 falsch beantwortet.
Ein relationales Datenbanksystem berücksichtigt die Reihenfolge der Tabellenzeilen nicht. Es kann Beziehungen zwischen Tabellen nur aufgrund von Information knüpfen, die explizit in den Tabellenzellen erwähnt ist. Die folgende Abfrage wird deshalb - anders als oben - die Reihenfolge der Musterlösungen nicht berücksichtigen:
Weil MS Access die implizite Reihenfolgeinformation nicht kennt, enthält die Verbundbedingung nur den Fragenschlüssel:
Bilde aus den gewählten Attributen der Ausgangstabellen eine Ergebnistabelle, indem Du Ergebniszeilen aus jenen Ausgangszeilen bildest, welche den gleichen Fragenschlüssel besitzen.
Weil das Abfrageergebnis selbst wieder eine Tabelle (mit eindeutigen Zeilen) ist, erhält es alle eindeutigen Kombinationen jener Zeilen der Ausgabetabellen, deren Fragenschlüssel gleich sind. Damit beantwortet es das Ziel der Abfrage in keiner Weise.
Eine Abfrage, welche den angepeilten Vergleich der Benutzer- und Musterlösungen ermöglicht, muss die implizite Ordnung der MEHRFACH_ALTERNATIVEN erkennen können. Wir sind deshalb gezwungen, die Tabelle MEHRFACH_ALTERNATIVEN um ein Attribut Alternativenschlüssel zu erweitern, das zusammen mit dem Attribut Fragenschlüssel jede Zeile von MEHRFACH_ALTERNATIVEN identifiziert:
MEHRFACH_ALTERNATIVEN_mitAlternativenschlüssel
SCORESMC
Das zusätzliche Attribut Alternativenschlüssel erlaubt der folgenden Abfrage den angestrebten Vergleich zwischen Muster- und Benutzerlösungen: